Brandenburg an der Havel – Seit 1983 ermöglicht das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) jedes Jahr jungen Deutschen, mit einem Vollstipendium ein Schuljahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikanerinnen und Amerikaner zu einem Austauschjahr zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses, das die deutsch-amerikanische Freundschaft stärken möchte und jungen Menschen aus beiden Ländern für ihre Austauschzeit eine Patin oder einen Paten aus dem Bundestag zur Seite stellt.

 

Anke Domscheit-Berg befürwortet diesen interkulturellen Austausch: „Das Programm lebt von den jungen Menschen, die hautnah eine andere Kultur erleben und gleichzeitig ein Stück ihrer eigenen mitbringen. Ebenso bedeutend sind die Gastfamilien, die Jugendlichen einen lebensnahen Einblick in ihren Alltag ermöglichen. Durch diese persönlichen Kontakte fördern wir gegenseitiges Verständnis und Toleranz – Werte, die gerade in diesen herausfordernden Zeiten und in Bezug auf die aktuellen Diskussionen zum Thema Rassismus unglaublich wichtig sind. Letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, auch eine Stipendiatin aus Brandenburg an der Havel im Bundestag zu empfangen. Das Treffen mit der jungen, politisch interessierten Frau aus den Vereinigten Staaten fand ich in Anbetracht der politischen Entwicklungen dort ausgesprochen spannend. Ihre umfassenden Deutschkenntnisse, die sie ausschließlich während der Monate ihres Stipendiatinnenaufenthalts in Deutschland erworben hatte, haben mich tief beeindruckt. Man lernt nicht nur viel über fremde Kulturen, sondern auch eine Fremdsprache viel schneller und besser bei einem längeren Auslandsaufenthalt.“

 

Gastfamilie kann jeder werden – egal ob alleine oder als Großfamilie, egal ob in der Stadt oder auf dem Land. Wichtig sind Humor, Neugier und Toleranz sowie die Bereitschaft, sich auf ein „Familienmitglied auf Zeit“ einzulassen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Austausch des diesjährigen Jahrgangs auf ein halbes Jahr verkürzt. Die Schülerinnen und Schüler aus den USA suchen deshalb ab dem 23. Januar Gastfamilien, die sie für ein halbes Jahr aufnehmen. Bewerbungen sind jetzt bereits möglich.

In Brandenburg ist die gemeinnützige Organisation Experiment e.V. für den Austausch zuständig. Interessierte können sich an die Geschäftsstelle in Bonn wenden. Ansprechpartnerin ist Lena Wisskirchen (Tel.: 0228 95722-31, E-Mail: wisskirchen@experiment-ev.de). Weitere Informationen rund um das Thema Gastfamilie gibt es unter www.experiment-ev.de/gastfreundlich.

 

Parallel zur Suche nach Gastfamilien für die US-amerikanischen Stipendiatinnen und Stipendiaten verläuft die Bewerbungsphase für deutsche Schülerinnen und Schüler, die mit dem Stipendium ein Auslandsjahr in den USA verbringen möchten. Bewerbungen für das Schuljahr 2021/22 sind bis zum 11. September 2020 möglich. Weitere Informationen gibt es unter www.bundestag.de/ppp.

 

Über Experiment e.V.

Das Ziel von Experiment e.V. ist seit über 85 Jahren der Austausch zwischen Menschen aller Kulturen, Religionen und Altersgruppen. Experiment e.V. ist gemeinnützig und das deutsche Mitglied von „The Experiment in International Living“ (EIL). 2019 reisten 2.372 Teilnehmende mit Experiment e.V. ins Ausland und nach Deutschland. Ein Drittel davon erhielt Stipendien. Kooperationspartner sind u.a. das Auswärtige Amt, die Botschaft der USA, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Deutsche Bundestag, das Goethe-Institut und die Stiftung Mercator.

 

Anke Domscheit-Berg ist Brandenburger Bundestagsabgeordnete und netzpolitische Sprecherin der Linksfraktion.

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